Press Release
OMS, Ocean Monitoring System
Kiel, 21. Februar 2006. Gemeinsam mit einem Konsortium aus Wissenschaftseinrichtungen und Industrieunternehmen aus Schleswig-Holstein wird bis Ende 2007 an der Nordseeküste ein Ozean Monitoring System installiert, erprobt und weiterentwickelt. Das auch als „Nordsee-Monitoring-System“ bezeichnete Projekt wird vom Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein gefördert und wird die Leistungsfähigkeit der Industrie und Wissenschaftsinstitute und deren interdisziplinärer Kooperation zeigen.
Ausgelöst durch die Tsunamikatastrophe am 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean gründete die Fa. Raytheon Anschütz in Kiel zusammen mit dem Maritimen Cluster Schleswig Holstein die Arbeitsgruppe „Tsunami-Frühwarnsysteme“. In regelmäßigen Workshops wurde sondiert, wie Wissenschaftler, Institute und Firmen aus Schleswig-Holstein und Hamburg ihre Kompetenzen, Entwicklungs- und Fertigungsmöglichkeiten sowie ihre weltweiten Kontakte und Netzwerke einbringen können, um ein vermarktungsfähiges Beobachtungssystem zu konzipieren.
Neben Raytheon Anschütz als Projektkoordinator sind die Firmen 2wcom, Flensburg, 4H-Jena engineering, Kiel, F3: Forschung/Fakten/Fantasie, Heikendorf, General Acoustics, Kiel, GISMA-Steckverbinder, Neumünster, Helzel Messtechnik, Kaltenkirchen, Hydromod Wissenschaftliche Beratung, Wedel, SIS Sensoren Instrumente Systeme, Klausdorf, sowie das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel in Büsum und das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR, Kiel als Projektpartner an dem Konsortium beteiligt. Die Firmen beteiligen sich mit 50% an den Entwicklungskosten des Pilotsystems, das Küstenregionen vor bösen Überraschungen schützen soll.
Bernhardt Schell, Programm-Manager bei Raytheon Anschütz: „Während die Vorhersage von Riesenwellen, sogenannten „Tsunamis“ zu Beginn der Planungsphase im Vordergrund stand, wurde mittlerweile eine Vielzahl von weiteren Nutzungsmöglichkeiten erkannt. So kann das integrierte Überhorizontradar nicht nur Wellen- sondern auch Schiffsbewegungen bis in 200 Kilometer Entfernung registrieren und somit Aufklärungsaufgaben übernehmen. Die detaillierte Strömungsmessung ermöglicht es, die Ausbreitung ausgetretenen Öls nach einer Havarie vorherzusagen und die Suche nach Schiffbrüchigen zu verbessern. Sedimenttransporte, die Verlagerung von Prilen, die Erosion an den Küsten oder die Simulation der Kräfte, die im Bereich von Offshore-Windkraftanlagen auftreten, sind weitere Bereiche, die durch das neue System abgedeckt werden“.
Im Verlauf des Projektes sollen neue Sensoren, sowie Methoden der Datenbewertung, Modellierung, des Datentransfers zu den Relaisstationen und der Digitalisierung entwickelt und getestet werden. Schließlich müssen Schwellenwerte festgelegt werden, bei deren Überschreitung eine Warnung ausgegeben wird. Natürlich muss diese dann auch Behörden und Bevölkerung erreichen. Die Schulung der Systemverantwortlichen, sowie die Wartung und Betreuung des Systems sind weitere Komponenten, die gemeinsam erprobt und perfektioniert werden müssen.
Schell: „Unser Konsortium verfolgt das Ziel, die Pilotanlage so zu perfektionierten, dass sie weltweit als System angeboten werden kann“. Die Marktchancen für ein derartiges System stehen gut: schließlich leben 60% der Menschheit an den Küsten oder in Küstennähe.


