Press Release

Die Meerestechnik taucht auf

Präsentation am 9. März 2006 in Berlin

Berlin/Kiel/sh:z/März 2006 - Minister Präsident Peter Harry Carstensen informiert sich bei der Fima 2wcom über den Mehrfachnutzen des UKW-RDS Frühwarnsystems für die Bevölkerung.

EWS ReceiverWann hat es das in der schleswig-holsteinischen Landesvertretung gegeben, dass das normalerweise tief im Meeresboden vergrabene Methanhydrat zu Anschauungszwecken verbrannt wurde? Auf minus 200 Grad Celsius gekühlt und mit dem Feuerzeug angezündet, demonstrierten Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und der Chef des Kieler Instituts IFM-Geomar, Professor Peter Herzig, den über 300 Gästen den Energierohstoff der Zukunft. Noch ist nicht klar, wie die weltweiten Methanhydrat-Vorkommen - größer als Kohle, Erdöl und Erdgas zusammen - abgebaut werden. Daran arbeitet das IFM-Geomar fieberhaft, das sich gemeinsam mit acht maritimen Unternehmungen Berlins Politprominenz präsentierte.

Ministerpräsident Harry CarstensenHintergrund: Die Initiative "Zukunft Meer" der Kieler Landesregierung will die Potenziale der maritimen Schwergewichte stärker herausstellen. Denn Schleswig-Holstein biete nicht nur Leuchttürme, Schafe und einzigartige Urlaubsziele, sondern eine hochmoderne maritime Branche mit einer international anerkannten Kompetenz, sagte der Bevollmächtigte der Landesregierung in Berlin, Staatssekretär Klaus Schüler.

"Unser Netzwerk ist aktiv und funktioniert", warb Carstensen für die heimische Branche, die auch Medikamente aus dem Meer herstellt, Hausboote, Doppelhüllentanker, Brennstoffzellen-U-Boote, innovative RoRo-Fähren sowie Meeresüberwachungssysteme und Meeresbodenvermessung im Angebot hat. In loser Folge will die Landesvertretung unter dem Motto "Zukunftsland Schleswig-Holstein" in Berlin für Gesprächsstoff sorgen.

Das ist mit der Auftaktveranstaltung bereits gelungen, auf der nicht nur das Zwei-Mann-Forschungstauchboot "Jago" des IFM-Geomar zu besichtigen war und live zum Forschungsschiff "Sonne" geschaltet wurde, sondern die Schleswig-Holsteiner mit hochkarätigen Bundespolitikern über die "Zukunft Meer" diskutierten.

"Wir kennen die Rückseite des Mondes besser als unsere Meere", sagte Peter Herzig, maritimer Koordinator der Landesregierung. Derzeit würden 30 Prozent mehr Gelder in die Raumfahrttechnik als in die Meeresforschung gesteckt. In Schleswig-Holstein laufe die Zusammenarbeit maritimer Forschungseinrichtungen bereits vorbildlich, doch noch immer koordiniere jedes Bundesland seine eigenen Projekte, sagte Georg Wilhelm Adamowitsch aus dem Wirtschaftsministerium. Dabei müsse ähnlich wie in der Raumfahrt ein europäisches Konsortium aufgestellt werden, um gegen die Konkurrenz aus Australien und den USA bestehen zu können. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann mahnte eine intensivere Zusammenarbeit an: "Wir müssen die Nase vorn haben, ansonsten ist die maritime Wirtschaft in Deutschland tot."

45 000 Menschen sind in Schleswig-Holstein in 1400 Unternehmen in der maritimen Branche beschäftigt. In Berlin stellten neben dem Leibnitz-Institut (IFM-Geomar), das maritime Clustermanagement, die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft, die Lübecker Hafengesellschaft, die Friedrichswerft (Kiel), die Bundesmarine, die Kosmetikfirma "Ocean Wellness" sowie die Forschungsnetzwerke "Ozean der Zukunft", Ocean-Monitoring-Systems und German Hydrographic Consultancy Pool aus.