Press Release
Flensburger Firma entwickelt neues Katastrophenfrühwarnsystem
Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH
Flensburg, 15.06.2006. Tsunamis, Hurrikans, Störfälle in Atomkraftwerken oder Terroranschläge – die Firma 2wcom aus Flensburg entwickelt ein weltweit einsetzbares Gerät, mit dem die Bevölkerung jederzeit wirkungsvoll vor Katastrophen gewarnt werden kann. Das Frühwarnsystem muss dabei auf die unterschiedlichen technischen Gegebenheiten der verschiedenen Länder und Einsatzgebiete ausgelegt werden. Dieses Entwicklungsvorhaben wird vom Land Schleswig-Holstein mit 166.500 Euro aus dem Förderprogramm „Betriebliche Innovationen – Basisinnovationen“ unterstützt. „Mit dieser neuen Technologie wird das Unternehmen sein Produktpalette erweitern und als Erstanbieter auf diesem Markt große Chancen haben“, begründet Dr. Bernd Bösche Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), die Förderung.
Das Gerät arbeitet auf Basis eines so genannten Unterträgerverfahrens im UKW-Band mit integrierter RDS-Funktion (Radio Data System). Dabei handelt es sich um das gleiche Prinzip wie bei Meldungen des Verkehrsfunks im Autoradio. Das Frühwarnsystem kann nicht abgeschaltet, sondern lediglich in einen Bereitschaftsmodus versetzt werden und bleibt somit immer auf Empfang. Erfolgt eine Warnmeldung, wird diese automatisch übermittelt, egal ob das Gerät ein- oder ausgeschaltet ist, ein Sender eingestellt oder sich das Gerät im Weckmodus befindet. Die Warnmeldung hat immer die höchste Priorität und wird zu jeder Zeit durchgeschaltet – Tag und Nacht. Ein interner Akkusatz, der automatisch geladen wird, sichert bei Stromausfall den Empfang für mindestens weitere 48 Stunden.
Auf dem US-amerikanischen und dem asiatischen Markt baut 2wcom zurzeit ein Vertriebsnetz auf, Kontakte zu potenziellen Kunden bestehen bereits. „Die Gespräche, die wir bisher geführt haben, liefern uns auch Erkenntnisse, welche Spezifikationen unseres Frühwarnsystems die unterschiedlichen Kunden erwarten“, erklärt 2wcom-Geschäftsführer Werner Drews. Für das erste Jahr nach der für 2007 geplanten Markteinführung des Gerätes rechnet das Unternehmen als Erstanbieter mit einem weltweiten Marktanteil von 75 Prozent. „Dieser Marktanteil wird dann in den Folgejahren durch den Markteintritt von Wettbewerbern aber auf jeden Fall sinken“, glaubt Drews.
Die Firma 2wcom verfügt bereits über umfangreiche Erfahrungen bei der Entwicklung von Warnsystemen auf RDS-Basis. In den vergangenen Jahren bauten die Flensburger insgesamt 50.000 Frühwarnempfänger für das Technische Hilfswerk in Schweden (Räddnings Verket). Diese sollen bei möglichen Zwischenfällen die Bevölkerung rund um die schwedischen Atomkraftwerke warnen. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen 24 Mitarbeiter.


